Auf der Suche nach dem Zaubertrank

Ernährungsfragen wurden in den letzten Jahren zunehmend zum Thema in verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern, vor allem im Schulbereich.

Einleitung 

Ernährungsfragen wurden in den letzten Jahren zunehmend zum Thema in verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern, vor allem im Schulbereich. Beispiele dafür stellen etwa das Wiener Netzwerk "Gesundheitsfördernde Schulen" oder die Servicestelle GIVE dar, sowie das Projekt "Gescheite Jause - Coole Pause". Einerseits wird das Angebot an Lebensmitteln unterschiedlichster Qualität und Zusammensetzung immer größer; die Kompetenzen, um sich in diesem Warendschungel und den damit verbundenen Suggestionen der Werbewirtschaft zurechtzufinden, müssen allerdings erst erworben werden. Andererseits fehlt Kindern häufig der Zugang zur Herkunft unserer Nahrungsmittel. VolksschullehrerInnen nehmen zunehmend wahr, dass Kinder aus dem städtischen Berich noch nie eine Kuh gesehen oder Erdbeeren selbst geerntet haben und dass Kinder häufig nur in geringem Ausmaß in die alltägliche Zubereitung der Speisen eingebunden sind. Diese Entwicklung führt nicht nur zu einer Entfremdung der Betroffenen von ihren Nahrungsmitteln, sondern auch zum Verlust elementarer Kulturtechniken des selbständigen Pflanzens, Erntens und Zubereitens von Nahrung. 

Anliegen des hier vorgestellten Projekts ist es, Kinder auf Grundlage eines ressourcenorientierten pädagogischen Handlungsansatzes für das Themenfeld Foodmarketing zu sensibilisieren und ihnen Gelegenheit zu geben, selbst mit Nahrungsmitteln zu hantieren und etwas über ihren Gebrauch und ihre Wirkungsweise zu erfahren. Grundlegende Informationen über gesunde Ernährung werden spielerisch vermittelt und es wird dazu angeregt, das eigene Ernährungsverhalten zu reflektieren. Wichtig ist uns, dass die drei Elemente - Sensibilisierung für Marketing, Wissen über Ernährung und Erfahrung im Umgang mit Nahrung - im Sinne einer ganzheitlichen Erziehung gemeinsam betrachtet werden. 

Das vorgestellte Projekt setzt auf die Eckpfeiler "Erleben-Erfahren-Begreifen" mit nachfolgender Reflexion. Da es immer auch wichtig ist, für kurzfristige Änderungen, die sich aus dem gruppendynamischen Prozess ergeben, offen zu sein, ist das Planspiel in unabhängige Module aufgeteilt. Damit ist eine Skalierbarkeit von Tagesseminaren bis hin zu wochenfüllenden Formaten möglich.

Unser Essverhalten wird, ähnlich wie - im negativen Sinne - auch Suchtverhalten, vom Belohnungszentrum unseres Gehirns mitbestimmt und ist stark emotional besetzt. Wir beeinflussen durch unser Essverhalten unsere Befindlichkeit und verbinden Essen oft mehr mit Belohnungsverhalten, Stressbewältigung oder Frustrationskompensation, als mit ernährungsspezifischem Verhalten. Foodmarketing versucht auf dieser emotionalen Schiene Verhaltensweisen zu verstärken und unterstützt damit kompensatorische Zugänge zur Ernährung. Der hier vorgestellte pädagogische Ansatz versucht, Kinder und Jugendliche auf der erlebnisorientierten Ebene abzuholen und Alternativen zu eingefahrenen Denkmustern zu finden.

Videos zum Projekt

Wenn du Fragen zum vorgestellten Projekt hast dann wende dich bitte an:
Michael Guzei: 0676/6142155 o. m.guzei@kreativdesign.at